Sulmtaler

Wir schauen rüber zu unseren österreichischen Nachbarn, genauer gesagt in die Steiermark.  Dort wurden um 1880 aus bodenständigen Landschlägen des Steirerhuhns die heutigen Sulmtaler erzüchtet. Nach einer ursprünglich unorganisierten Einkreuzung von Houdan, Cochin und Dorking, errangen eher ungünstige Eigenschaften die Oberhand. Ab 1900 erfolgte durch den Grazer Geflügelzuchtverein die Linienzucht und die Sulmtaler entwickelten sich zum beliebten Zweinutzungshuhn.

In den 1950 Jahren gab es den ersten Einbruch, wie üblich durch die industrielle Hühnerproduktion. In den 1990 Jahren besannen sich einige Züchter erneut der Qualität dieser Naturrasse. Sulmtaler werden in der Roten Liste der gefährdeten Haustierrassen geführt, aktuell belaufen sich die Zahlen auf ca. 5000 Tiere in Österreich. In Deutschland ergab ein bundesweites Geflügelmonitoring gerade mal 157 Hähne und 806 Hennen.

Folgende Farbschläge sind zu finden :

– weizenfarbig
– blau-silber-weizenfarbig
– selten weiß

Hähne wiegen 3-3,5 Kilo, die Hennen 2,5-3,5 Kilo. Ihre Legeleistung beträgt ca 180 Eier pro Jahr, die Schale ist cremefarbig. Sie sind sehr gute Futtersucher, schnellwüchsig und sehr witterungsfest.

Wir bedanken uns sehr herzlich für die freundliche Unterstützung bei #Knipseule (C)

 

 

 

Deutsches Reichshuhn

Wir bleiben in Deutschland und schauen uns das Deutsche Reichshuhn näher an. Grundsätzlich wäre es nicht die passende Rubrik, aber leider werden sie auf der Roten Liste der gefährdeten Haustierrassen als bedroht eingestuft.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese Rasse aus Brahma, Sussex, Italienern, Minorka und Orpington erzüchtet. Insgesamt sind 9 Farbschläge bekannt :

– birkenfarbig
– weiß – schwarzcolumbia
– gelb – schwarzcolumbia
– schwarz
– weiß
– rot
– gestreift
– silber – schwarz gesäumt
– gold – schwarz gesäumt

Bei allen Farbschlägen sind die Läufe stets unbefiedert und hell fleischfarben, der Schnabel ist ebenfalls hell. Deutsche Reichshühner besitzen einen Rosenkamm, mittelgroße, runde Kehllappen, die wie die Ohrscheiben von kräftig roter Farbe sind.

Das Gewicht der Hähne liegt bei etwa 3,5 Kilo, das der Hennen bei ca. 2,5 Kilo. Die Legeleistung wird mit etwa 180 rahmgelber Eier pro Jahr beziffert, wobei das Legen im Winter nicht eingestellt wird.
Im Allgemeinen sind es robuste Hühner, die recht ruhig sind und sehr zutraulich werden können.

Deutsches Reichshuhn

Wir bedanken uns sehr herzlich bei (C) Michael Kümpel

 

Deutsches Buschhuhn

Der Ursprung des Deutschen Buschhuhns liegt in Ostpreußen, dort kreuzte der Urvater „Alfred Muntau“ 1911 erstmals äußerst bewegliche Bankiva-Mischlinge. Die Tiere sollten fähig sein sich in freier Wildbahn zu allen Jahreszeiten zu behaupten.
Der Erste Weltkrieg machte seine Bemühungen zunichte, doch er begann erneut und kreuzte Bankiva, Sommerat und Gabelschwanzhühner.
Der Zweite Weltkrieg vertrieb ihn aus Ostpreußen und er zog mit seinen Buschhühnern in den Westen.

Die Merkmale des Deutschen Buschhuhns sind der ausgeprägte Wildcharakter, mit einer starken Lauf- und Flugfreudigkeit, hochläufig und langschwänzig, mit sehr guter Körpermuskulatur. Sie weisen ein Kammhörnchen auf und besitzen keine Kehllappen.
Ihr guter Bruttrieb ist stark ausgeprägt, sie werden oft als Glucke für z.B. Fasane oder Rebhühner verwendet, welche ausgewildert werden sollen.
Die meist verbreiteten Farbschläge sind zum einen rebhuhnfarbig, welche von hell bis sehr dunkel variieren, zum anderen goldhalsig und wildfarbig.

Die Hähne wiegen ca. 1100 Gramm, die Hennen ca. 900 Gramm. Die Legeleistung wird mit etwa 100 blau-grünlichen Eiern  pro Jahr angegeben.

Das Deutsche Buschhuhn ist auch heute noch sehr robust und kann auch ohne Stall gehalten werden. Aktuell ist eine große Beliebtheit dieser Rasse zu verspüren.

Deutsches Buschhuhn

Wir bedanken uns sehr herzlich für die freundliche Unterstützung bei Manuel Quadt (C)

 

 

Friesenhühner

Der Ursprung der Friesenhühner ist nicht gänzlich geklärt, allerdings ist sicher, wie der Name schon verrät, daß sie seit Jahrhunderten auf friesischen Bauernhöfen beheimatet sind. Es wird vermutet, daß sie aus europäischen Wildhühnern hervor gegangen sind und seit dem zwanzigsten Jahrhundert gezielt mit Hamburgern gekreuzt wurden.

Das Alleinstellungsmerkmal dieser Hühnerrasse ist die sogenannte Flockung des Gefieders, bei der jede Deckfeder über drei bis vier Fleckenpaare verfügt. Die anerkannten Farbschläge lauten : silber-schwarz-geflockt, gold-schwarz-geflockt, rot-schwarz-geflockt, gelb-weiß-geflockt, zitron-schwarz-geflockt, schwarz, gesperbert, weiß, blau, schwarz-weiß gescheckt und rot-schwarz-geflockt mit weißen Federenden.
Bei jedem dieser Farbschläge sind die Augen orange-rot, die Läufe schiefergrau, die Ohrlappen weiß und die kurzen Kehllappen kräftig rot.

Das Friesenhuhn zählt zu den sogenannten Landschlägen, die Hähne bringen 1,6 Kilogramm, die Hennen 1,2 Kilogramm auf die Waage. Die legefreudigen Hühner bringen es auf ca. 160 Eier pro Jahr und zeigen sich als hervorragende Glucken.

Die robusten Tiere sind nicht anfällig für Krankheiten, suchen ihr Futter weitestgehend selber und sind sehr gute Flieger.

Friesenhühner

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Klaus-Dieter Müller (C) für die freundliche Unterstützung!

Isländische Landnahmehühner

Wir schauen nach Island – dort kamen um 900 n. Chr. durch die Besiedlung  der Wikinger, die ersten Nutztierrassen auf die Insel. Neben dem Islandpferd und dem Islandschaf, eben auch jene Landnahmehühner, die auf isländisch „Islenski hænsnastofninn“ heißen.

Mit dem Aufkommen der modernen Hybridhühner nach dem Zweiten Weltkrieg  starben die Tiere beinahe aus. Einige wenige Züchter verhinderten dies rechtzeitig und die Anzahl der Tiere lag im Jahre 2009 wieder bei ca. 3500.

Es gibt kein einheitliches Erscheinungsbild, es können sämtliche Farbschläge vorkommen, Federfüße oder keine, mit oder ohne Schopf, mal mit Bart und dann wieder ohne. Es ging bei der Selektion immer um größtmögliche Robustheit, Fleischansatz und Eierleistung.
In ihrer Heimat müssen sie nass-kalter Witterung trotzen und sich mit baumlosen Freiflächen zu helfen wissen.
Im Durchschnitt legen die Hennen 200 weiße bis hellbraune Eier pro Jahr, auch im dritten Legejahr lässt die Leistung nicht nach. Das Bruteimindestgewicht liegt bei 50 Gramm, Hennen im 2. Legejahr legen auch gut 60 Gramm schwere Eier. Isländische Landnahmehühner sind gute Winterleger.

Da die Tiere gerne unterwegs und gute Flieger sind, ist von einer Volierenhaltung abzusehen. Es sind keine „Kuschelhühner“, nicht scheu, aber gerne unter sich und selbstbewusst.

Die Hähne krähen nicht schrill, aber sehr durchdringend.

Hähne wiegen 1,7 – 2,0 kg – die Hennen 1,3 – 1,5 kg.

Isländische Landnahmehühner

Wir bedanken uns sehr herzlich für die freundliche Unterstützung bei Frau D. Sroka-Zippel (C)